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Collage mit Bildern von Cornelia BIesenthal, am Schreibtisch, beim Bogenschießen, in rosa Bluse und Jeansjacke

Was mich von anderen Coaches unterscheidet: meine Krisen und Wendepunkte

Krisen und Wendepunkte: Sie haben mich zu dem gemacht, was ich heute bin.

Es sind die Erfahrungen, die ich gemacht habe, die ich mir zwar niemals ausgesucht hätte, aber eben dennoch durchlebte. Dass ich mich eines Tages hinsetzten würde und um darüber zu schreiben, zeigt, wie großartig es am Ende dann für mich ist.
Wenn ich gefragt werde, wie es denn so war in der Vergangenheit, antworte ich regelmäßig:

Wenn ich heute sterben würde, könnte ich sagen: Mein Leben war alles, aber niemals langweilig.“

Die Erfahrungen, die ich machen durfte, haben mich geprägt. Sie haben mir gezeigt, dass es immer Möglichkeiten gibt. Man muss nur bereit sein, diese auch zu nutzen. Es lohnt sich, den Weg zu gehen, auch wenn es manchmal wirklich keinen Spaß macht. Traurigkeit und Frust sind Elemente, die zum Leben ebenso dazu gehören wie Glück, Freude und Liebe.
Tja, und wie bin ich zu diesen Erkenntnissen gekommen? Was unterscheidet mich nun von andern Coaches? Diese Frage hat uns Judith Peters von Symatexter gestellt. Nach längerem Prokrastinieren habe ich mich auch dieser Aufgabe gestellt und darauf losgeschrieben. Viel Freude beim Lesen!



Persönlicher Wendepunkt

Ich habe so einige Erfahrungen mit Krisen und ungewollten Wendepunkten gesammelt. Mein beruflicher Weg verlief alles andere als geradlinig. Es gab viel Hürden und ich war manches Mal gezwungen, einen Neuanfang zu wagen.
Aus einer persönlichen Krise heraus stand ich eines Tages ganz plötzlich vor dem Scherbenhaufen meiner Ziele, Visionen und Träume. Was war passiert? Mein Mann kam eines Tages nicht mehr von der Arbeit nach Hause. Stattdessen stand die Polizei vor der Tür und informierte mich darüber, dass er einen tödlichen Unfall erlitten hatte.
Es hat keine halbe Stunde gebraucht und mein so schön geplantes Leben war plötzlich vorbei.
Nichts war mehr wie zu vor. Weder für meine drei Kinder noch für mich. Weder privat noch beruflich.

Zunächst war da der Schock, dann die Ablehnung, der Frust und die Depression. Dann die Frage: „Wie geht es nun weiter?“ Was tun? Woher die Kraft nehmen?
Beruflich war ich zu dieser Zeit in der ambulanten Pflege als Fachkrankenschwester für Heimbeatmung unterwegs. Die Arbeit war sehr spannend, herausfordernd und mit viel Verantwortung verbunden. Ich habe meinen Beruf und die Arbeit mit und am Menschen geliebt.

Allerdings war ich immer mit schwerstkranken Menschen konfrontiert. Mit Menschen, die neuromuskuläre Erkrankungen hatten wie etwa ALS, eine hohe Querschnittslähmung oder im Wachkoma lagen. Sie benötigten eine Beatmungsmaschine und mussten über lange Zeiträume, oft jahrelang, beatmet werden. Das unterscheidet diese Patienten von Kurzzeit-Beatmungen, die meist über einen begrenzten Zeitraum durchgeführt werden.
Da die Atemunterstützung in den meisten dieser Fälle für den Rest der Lebenszeit notwendig ist, werden die Patienten mit dem Heimbeatmungsgerät nach Hause entlassen. Die Betreuung und Versorgung wird dann von einem qualifizierten Pflegedienst und den Angehörigen übernommen. Wenn dies nicht möglich ist, werden Alternativen gesucht.

Zu dieser Zeit war ich für einen solchen ambulanten Pflegedienst tätig und hatte mich auf die Pflege mit Langzeitbeatmung spezialisiert. Diese Qualifizierung brachte es mit sich, dass ich immer mit Menschen in einer schweren emotionalen Ausnahmesituation zu tun hatte.
Hinzu kamen die durch die Pflege im privaten Haushalt schwer belasteten pflegenden Angehörige. Oft erlebte ich Menschen, die wirklich am Rande ihrer emotionalen und psychischen Kraft angelangt waren.

Nachdem ich mich nun selber in eine solche Ausnahmesituation gerutscht war, wurde mir schnell klar, dass mir die innere Balance fehlte. Diese ist grundlegend wichtig, um in solch schwierigen Situation für andere Menschen da sein zu können.
Eines Tages wurde mir das ganz plötzlich klar. Nach einem Arztbesuch traf ich einen Angehörigen, wir unterhielten uns kurz und er erzählte mir von seiner Krebsdiagnose.
In diesem Augenblick spürte ich ganz deutlich, wie stark mein eigener Schmerz war und mir die Möglichkeit nahm, empathisch auf meine Gesprächspartner einzugehen. Ich war an dem Punkt angekommen, an dem ich selber Unterstützung benötigte. Aus dieser Erkenntnis zog ich meine Konsequenzen und kündigte.

💡

Was ich gelernt habe:

✔️ Pläne und Ziele geben Halt und Orientierung
✔️ Manchmal kommt das Leben dazwischen
✔️ Es gibt Situation im Leben, die definitiv nicht als positiv empfunden werden können
✔️ Ich habe Grenzen, die ich akzeptiere

Aus mir wurde eine Befreiungsspezialistin, ein weiterer Wendepunkt aus einer Krise

Jetzt waren also meine Ausbildung, die viele Fortbildungen und Qualifizierungen, die ich bis zu diesem Zeitpunkt gemacht habe, nicht mehr relevant. Für mich schien es, als würde das einfach keine Rolle mehr spielen.
Es dauerte einige Zeit, bis ich wieder bereit war, etwas Neues anzufangen und mich dazu entschied, eine Fortbildung im Bereich Führung und Soziales zu machen.
Schritt für Schritt lernte ich neue Methoden kennen.
Führungsstile, Kommunikationstechniken, Steuern von Qualitätsmanagementprozessen, Gestalten von Schnittstellen und Projekten. Ich bekam viele wertvolle Tools an die Hand, die ich heute noch in meinen Seminaren und Schulungen nutze.

Was jedoch viel wichtiger ist: Es waren die ersten Schritte für mich in Richtung mich als Person zu zeigen. Bis zu diesem Zeitpunkt war das nicht notwendig gewesen und wenn ich meine strenge, konservativ pietistische Erziehung betrachte, auch nie gewünscht.
In dieser wurde großen Wert darauf gelegt, möglichst brav, loyal und angepasst zu sein. „Nur“ zu reden, wenn man gefragt wurde und möglichst nicht zu widersprechen.
Gehorsam und Folgsamkeit waren die Worte, die ich in meiner Kindheit und Jugend wohl am häufigsten gehört habe. Die eigene Meinung zu vertreten war meistens mit unangenehmen Konsequenzen verbunden.

Und jetzt war plötzlich genau das Gegenteil erwünscht.
Ich sollte meine Meinung äußern. Wenn möglich laut, deutlich und auch noch öffentlich. Das widersprach allem, was bis zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben die Norm gewesen war.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie es war, meinen ersten Vortrag vor Publikum zu halten. Es kamen dieselben panischen Gefühle auf, die mir aus manchen Kindheitserinnerungen gut bekannt waren.
Dieser Vortrag, den ich eigentlich „nur“ vor meinen Kurskolleginnen zu halten hatte, war für mich so aufregend und anstrengend, als hätte ich vor einem Millionenpublikum sprechen müssen. Er hat mich unendlich viel Kraft gekostet.
Die Panik vor dem von mir erwarteten negativen Feedback war fast nicht zu ertragen.
Allerdings hatte mich der Tod meines Mannes in eine solche emotionale Ausnahmesituation befördert, dass ich den Eindruck hatte, sowieso nichts mehr verlieren zu können. Aus diesem Grund entschied ich mich, es einfach zu tun.
Das Positive daran war, dass es mich von meiner Trauer abgelenkt hat. Die Strategie der Verdrängung hat wunderbar funktioniert.
Für diesen Teil der Strecke war das für mich sehr hilfreich.
Ich kann alle meine Coachees sehr gut verstehen, die mit Redeangst, großer Aufregung und Panik zu kämpfen haben und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es Lösungen und Hilfe gibt. Erst in der letzten Woche hatte ich einen Vortrag vor mehr als 400 Personen und es lief prima.

💡

Was ich gelernt habe:

✔️ In Krisen kommen Altlasten wieder hoch
✔️ Verdrängung kann für einen bestimmten Zeitraum hilfreich sein
✔️ Sich zu entscheiden ist wichtig 
✔️ In einer Krise kann eine Chance liegen
✔️ Die Seele braucht Zeit um sich den Themen zu stellen
✔️ Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Präsentationsangst überwunden werden kann 
 

Stehauf-Mentalität nach der Kündigung

Mein Weg führte mich weiter zu einer Stelle im sozialpädagogischen Bereich. Ich wurde zur Leitung für ein kreisweites Projekt, welches erfolgreich war.

Das Problem an der Sache waren zwei Dinge, die zusammen kamen: über meine Fachwirtausbildung war ich eine Quereinsteigerin auf einer sozialpädagogischen Stelle. Und die Fördergelder für das Projekt sind ausgelaufen.
Leider sah man keine Möglichkeit, mich in dieser Verwaltungsstruktur weiter zu beschäftigen. Sieben Jahre waren mit Aufbauarbeit vergangen. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Besonders positiv waren die Rückmeldungen nach meiner Abschlusspräsentation vor dem Jugendhilfeausschuss. Viele Mitglieder meldeten sich danach bei mir und drückten ihr Bedauern aus.
Auch der Amtsleiter bedauerte es, eine so zupackende und versierte Fachkraft zu verlieren. So seine Worte.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich mich jedoch innerlich schon verabschiedet. Und das war gut so, denn just am letzten Tag, sozusagen als ich schon die Türklinke in der Hand hatte, um zu gehen, bekam ich das Angebot für eine Weiterbeschäftigung.
Das lehnte ich dann aber ab, worüber ich bis heut mehr als froh und dankbar bin.
Wie gut, dass ich mich auf das kommende Ende vorbereitet habe. Dass ich die Hinweise und Zeichen des kommenden Endes wahrnehmen konnte und mittlerweile eine Alternative für mich gefunden hatte.

Ich habe gespürt, dass es weiter geht und ich meine Zukunft selbst gestalten wollte. Dass ich nicht an Altem festhalten oder so verbiegen wollte, dass ich in ein Schema passe. Ganz im Gegenteil: Ich hatte mich schon entschieden, meinen Weg zu gehen.


Die Vorbereitungen dazu waren zu diesem Zeitpunkt fast schon abgeschlossen und die Netzwerke geknüpft.
Meine Fortbildungen im Bereich Kommunikation, Infos zum Thema Selbstständigkeit und erste Honorartätigkeiten, all das war schon auf den Weg gebracht und wartete auf mich.
Ja, es hat wehgetan, dass die Leistung einfach so und ganz plötzlich nicht mehr wichtig war. Ich einfach einmal wieder überflüssig geworden war.
Auch da hat natürlich alte Erinnerungen wachgerufen, doch dieses Mal waren die Gefühle bei Weitem nicht mehr so schmerzhaft.

Weshalb?
Ich habe mich meinen Geistern gestellt
Ich habe mir helfen lassen
Ich konnte die Situation mit innerer Distanz betrachten
Ich habe gehandelt, bevor ich zum Spielball wurde

💡

Was ich aus dieser Krise gelernt habe:

✔️ Scheinbar sichere Situationen und Strukturen können sich sehr schnell wandeln
✔️ Es ist gut, die Realität zu akzeptieren 
✔️ Sich vorzubereiten macht stark und fördert das Selbstbewusstsein
✔️ Selbstwirksamkeit entsteht im TUN 

Umsetzerin und FreiheitsArchitektin

Nun bin ich seit 2012 als Coach, Therapeutin und Trainerin unterwegs und durfte schon viele Menschen auf ihrem Weg begleiten.
Dabei ist meine Erfahrung für mich wie ein unendlicher Goldschatz. Ganz besonders das Wissen, dass es auch aus sehr schwierigen Situationen heraus Möglichkeiten und Chancen gibt.
Die vielen Ausbildungen in den verschiedenen Bereichen, die Mischung von Theorie und persönlicher Erfahrung, gepaart mit Pragmatismus und dem Wunsch, die Welt um mich herum zu gestalten, sind prägnante Merkmale, die mich auszeichnen. Das höre ich jedenfalls immer wieder als Rückmeldung.

Mir ist es aufgrund meiner Erfahrung meiner Jugend ein Herzensanliegen, mit jedem, der zu mir kommt, seine innere Freiheit zu entdecken. Den Mut und die Hoffnung wiederzufinden und zu stärken.
Für mich war es wirklich eine großartig zu erfahren, dass ich mein Leben selbst gestalten kann. Wie es möglich ist, die kleinen und großen Krisen und Wendepunkte zu gestalten. Die Verletzungen zu heilen, nicht nur im Kopf, sondern ganz besonders auf der Ebene der Gefühle. Wenn ich vor 30 Jahren gewusst hätte, wie einfach es im Grunde sein kann, hätte ich sicher nicht gezögert.


Was mich von anderen Coaches unterscheidet?

  • Mich schockt fast nichts mehr
  • Situationen, in denen es um Leben und Tod geht, kenne ich gut aus meinem beruflichen Kontext
  • Und aus meiner ganz persönlichen Erfahrung
  • Meine tiefe Überzeugung, dass es immer Möglichkeiten gibt
  • Gepaart mit dem absoluten praxisorientierten Ansatz
  • Pragmatische Herangehensweisen und
  • Alltagstaugliche Lösungen sind ein absolutes MUSS
  • Die tiefe Überzeugung: Jede:r hat das Recht auf eine zweite Chance
  • Jede:r sollte seinen Platz einnehmen, denn wenn das nicht geschieht, bleibt der Platz leer
  • Es geht weiter, auch wenn du denkst, es gibt keinen Ausweg

Frau die sich an der Mauer anlehnt

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