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Teamentwicklung: wie kann sie gelingen?

Teamentwicklung



Um mit der rasanten Entwicklung der globalen Wirtschaft Schritt zu halten, müssen Arbeitsabläufe umgestellt und Mitarbeiter:innen in neuen Teams eingesetzt werden.
Die Mitarbeiter finden sich in völlig neuen Konstellationen wieder. Plötzlich sind nicht nur die Abläufe neu, sondern auch die Kolleg:innen. Ein neues, effizient arbeitendes Team sollte sich entwickeln. In dieser Situation spielt die Unterstützung der Teamentwicklung eine bedeutende Rolle.

Unternehmen passen sich den Marktanforderungen an. Sie reagieren auf Veränderungen und sind flexibel. Das ist eine ihrer größten Stärken, gerade bei mittelständischen Unternehmen. Eine der Herausforderungen dabei ist es, die Mitarbeiter mitzunehmen, sie einzubinden und dafür zu sorgen, dass sie gut durch die dringend nötigen Veränderungen kommen. Grade in Zeiten des Fachkräftemangels.

Wie kann es gelingen, diese Situation gut zu meistern?

Welches Wissen ist hilfreich, wenn du als Führungskraft einen solchen Prozess begleitest? Das Phasenmodell von Tuckmann kann bei der Teamentwicklung eine große Erleichterung darstellen. Dazu findest du im Laufe des Artikels weitere Informationen.

Gut zu wissen: 
- Veränderungen bringen immer ein Stück Unsicherheit mit sich 
- Veränderungen in und mit Teams benötigen eine gute Begleitung
- Übergänge sollten als Möglichkeit für Entwicklung gesehen werden

Was ist Teamentwicklung und warum ist sie so wichtig?

In den meisten Unternehmen ist es Alltag, dass verschiedene Fachleute, mit ebenso vielen verschiedenen Meinungen und Perspektiven miteinander arbeiten. 
Sie sollten ein Team bilden, Probleme lösen und sich ergänzen. Im besten Fall miteinander harmonieren.
Das sollte möglichst reibungslos und ohne großen Aufwand funktionieren. Der Traum eines jeden Chefs. Meistens sieht die Realität aber ganz anders aus und dann, wenn die ersten Probleme auftauchen, kommt der Gedanke an Team-Entwicklungsmaßnahmen ins Spiel.

Was genau ist Teamentwicklung? 
- es sind begleitende Maßnahmen, die es den Teammitgliedern ermöglichen effektiv, ergebnisorientiert und auf Augenhöhe miteinander zu arbeiten 
- unterstützendes Führungsverhalten, je nachdem in welcher Entwicklungsphase sich die Gruppe befindet  
- Zieldefinierung
- Aufgaben- und Rollenklärung
- Kommunikationstraining
- Konfliktklärung/ Mediation 
- individuelle Maßnahmen, die sich am Bedarf orientieren 

Wird der Prozess nicht gezielt begleitet, sind die Chancen groß, dass sich unüberwindbare Differenzen bilden und die Teammitglieder mehr mit der Klärung der persönlichen Befindlichkeiten beschäftigt sind als mit der Lösung der sachlichen Arbeitsaufgabe. Die Führungskraft spielt dabei eine besondere Rolle.


So bereitest du die Teamentwicklung vor

Für eine gelungene Teamentwicklung braucht es eine gründliche Vorbereitung. Dafür sollten folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wie stellt sich die Situation im Moment dar? In der Firma, am Markt?
  • Wie wirkt sich diese Situation auf die Produktion aus?
  • Was muss sich verändern?
  • Mit welchem Ziel und Zweck?
  • Welche Mitarbeiter:innen sind betroffen?
Gut zu wissen:
- Diese Situationsanalyse findet auf der Sachebene statt
- Parallel sollten die Menschen im Fokus stehen
- Insbesondere die Beziehungsebenen gilt es zu berücksichtigen 

Das Team

Auch hier lohnt ein genauerer Blick. Nicht nur auf die Leistungsfähigkeit und Qualifikation der Mitarbeiter:innen, sondern ganz besonders auf die unterschiedlichen Fähigkeiten im Soft Skills Bereich.

Was ist für welche Person wichtig? Wer reagiert wie auf Neuerungen? Wer im Team trägt viel zur Beziehungspflege bei?

Gut zu wissen:
- Es gibt Menschen, die Kontinuität brauchen, um gute Leistungen abrufen zu können
- Andere hingegen lieben es immer mal wieder etwas Neues auszuprobieren
- Dann gibt es Mitarbeiter:innen, für die es wichtig ist, viel Kontakt mit den Kolleg:innen haben zu können 
- Und solche, die Distanz brauchen, um sich zu entfalten

Die Phasen der Teamentwicklung nach Tuckmann

Bruce Tuckman, ein US-amerikanischer Psychologe, entwickelte 1965 ein Phasenmodell für die Teamentwicklung. Das Modell beschreibt fünf Entwicklungsschritte, die ein Team durchläuft. Im besten Fall folgt eine Phase auf die nächste. Dies gelingt leider viel zu selten. Viele Teams bleiben in der Phase 2 oder 3 hängen.


Das Phasenmodell nach Tuckman

  • Forming
  • Storming
  • Norming
  • Performing
  • Adjouring – die Auflösungsphase

Teamphasen begleiten

In jeder einzelnen Phase benötigt das Team unterschiedliche Impulse, um in die nächste Phase übergehen zu können.


Führungsverhalten in der Forming-Phase (Kennenlernphase)

Diese Phase ist von Kennenlernen der Teammitglieder geprägt. Damit die Phase gut bewältigt werden kann, ist es wichtig, dass sich alle willkommen und sicher fühlen.

Die Führungskraft ist hier gefragt. Sie sollte:

  • Den Rahmen abstecken
  • Informieren
  • Ziele und Werte klären und definieren
  • Methoden entwickeln

Klar ist, dass diese Phase wichtig ist, um gut zu starten. Allerdings sollte sie möglichst zügig abgeschlossen werden, damit das Team sich weiterentwickelt.



Führungsverhalten in der Storming-Phase (Kampfphase)

Die Teammitglieder kennen sich besser und die erste Euphorie ist verpufft. Unterschiedliche Denk- und Handlungsweisen zeigen sich. Es wird klar, wer mit wem gut kann oder auch nicht. Es kommt zu Konflikten, die meist unterschwellig ausgetragen werden. Cliquen bilden sich und es kommt zu einem Machtgerangel, wer etwas zu sagen hat.

Die Führungskraft ist in dieser Phase als Schlichter und Moderator gefragt. Sie sollte:

  • Unterstützen beim klären, wer welche Aufgabe hat
  • Widerstände gegen Aufgaben und Methoden ansprechen
  • Die verschiedenen Positionen zu Wort kommen lassen
  • Gemeinsame Werte finden
  • Fokus des gemeinsamen Ziels ins Bewusstsein rufen

Führungsverhalten in der Norming-Phase (Organisation)

Befindet das Team sich in dieser Phase, ist es schon einen großen Schritt weiter. Es wird offen über Normen und Regeln diskutiert. In dieser Phase wird festgelegt, wer welche Rollen und Aufgabe übernimmt.

Die Führungskraft ist in dieser Phase als Prozessbegleiter und Coach gefragt. Ihre Aufgaben sind:

  • Einen Rahmen für offene Kommunikation schaffen
  • Möglichkeit finden, damit die verschiedenen Standpunkte angesprochen werden können
  • Kooperative Suche nach Konsens und Alternativen
  • Spielregeln für den Umgang miteinander festlegen

Es ist zu beachten, dass manche Teammitglieder dazu neigen, sich zurückzunehmen, um Meinungsverschiedenheiten aus dem Weg zu gehen. Sie sollten bestärkt werden, sich und ihre Meinung einzubringen, damit das Team gut in die nächste Phase gehen kann.


Führungsverhalten in der Performing-Phase (Integration)

Hat das Team diese Phase erreicht, ist es in der Lage sich selbst zu organisieren, Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen und echte Hochleistung zu erbringen. Die Voraussetzung für eine konstruktive, inhaltliche Zusammenarbeit ist geschaffen.

Die Führungskraft ist in dieser Phase wenig gefordert. Ihre Aufgabe ist es, den Rahmen für das selbstverantwortliche Arbeiten des Teams weiter zu ermöglichen. Also:

  • Flexible Arbeitsweisen ermöglichen
  • Raum für Selbstorganisation schaffen

Die Adjouringphase (Auflösung)

Sie wird als Ergänzung zum Team-Entwicklungsmodell gesehen. Es die Phase, in der das Team sich auflöst und die Mitarbeiter:innen neue Aufgaben bekommen. Die aktive Gestaltung dieser Phase durch Würdigung und Anerkennung der erbrachten Leistung ebnet den Weg zu neuen Aufgaben.


Gut zu wissen:

Teamentwicklung ist ein Prozess, der verschiedene Phasen durchläuft. Dabei kann das Phasenmodell nach Tuckman hilfreich sein, um herauszufinden, in welcher Phase sich das Team befindet, was es braucht, um in die nächste Phase eintreten zu können und welches Führungsverhalten den Prozess unterstützt. 

Selbstverständlich ist jede Situation individuell und sollte auch so begleitet werden. Nicht jedes Team durchläuft die Phase so wie beschrieben. Die unterschiedlichen Phasen sind verschieden lang ausgeprägt. Manche Teams bleiben auch stecken. 

Hier braucht es eine gezielte Unterstützung, damit der Prozess der Teamentwicklung weiter gehen kann. 



Welche Maßnahmen gibt es noch, um den Teamentwicklungs-Prozess zu unterstützen?

Weitere Maßnahmen:

  • Begleitung durch einen externen Coach
  • Je nach Phase ist eine Mediation hilfreich
  • Regelmäßige Supervision kann eine gute Unterstützung sein
  • Schulungen im Bereich Kommunikation
  • Aktivitäten aus der Erlebnispädagogik, ich nutze sehr gern das gemeinsame Bogenschießen dazu

Frau die sich an der Mauer anlehnt

Souverän und selbstsicher in der Teamentwicklung. Wie kann das gelingen?


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1 Kommentar

  1. Pingback:Emotionen im Teamtraining: Mein emotionalster Moment

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