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Sei stark: Wie Du Negative Glaubenssätze auflösen kannst

Sei stark negative Glaubenssätze

Negative Glaubenssätze und innere Antreiber können uns das Leben manchmal richtig schwer machen.

In diesem Artikel widmen wir uns dem Antreiber „Sei Stark“.

Was kann er in uns bewirken, wenn er zu viel Raum einnimmt? Außerdem bekommst du eine kleine Anleitung, die dir dabei hilft, ihn zu entmachten.


Niemals Schwäche zeigen. Durchhalten, auch wenn es noch so anstrengend ist.

Für andere da sein und sie in allen möglichen und unmöglichen Lebenssituationen unterstützen. Dazu erzähle ich dir die Geschichte, die ich so mit einer Klientin erlebt habe.

Ella (Name geändert) ist berufstätig, hat zwei Kinder und ist eine sogenannte starke Frau. Sie hat ihr Leben im Griff, ist hilfsbereit und belastbar.
Der Alltag zwischen Beruf und Kindern stellt sie aber immer wieder vor enorme Herausforderungen.

Im Beruf nimmt die Arbeitsbelastung stetig zu. Überstunden sind an der Tagesordnung. Oft hat sie ein schlechtes Gewissen und das Gefühl, zu wenig Zeit für die Kinder zu haben. Das nagt innerlich an ihr.
Von außen scheint sie diese Situation mit Leichtigkeit zu bewältigen.
Abends, wenn sie hundemüde im Bett liegt, fragt sie sich, wie lange sie diese Belastung noch aushält. Ein Gefühl von ausgelaugt sein und Müdigkeit begleitet sie schon seit einiger Zeit. Der frühere Elan und die Spontanität sind verschwunden.

Manchmal beschleicht sie eine tiefe Sehnsucht, sich einfach mal fallen zu lassen. Allerdings immer genau dann kommen SIE, die Gedanken, die man auch als negative Glaubenssätze bezeichnen kann. Es sind innere Überzeugungen, die Ella schon lange in sich trägt. Negative Glaubenssätze, die sie wie ein innerer Kompass in immer dieselbe Richtung denken lassen.

Damit verbunden sind ganz spezielle Emotionen, die Ella schon sehr lange kennt. Es sind Gedanken in die Richtung:

Andere schaffen das doch auch und außerdem bist du doch sonst so zäh und belastbar.“

„Andere um Hilfe oder Unterstützung bitten? Das geht gar nicht, die würden doch denken, dass du dein Leben nicht auf die Reihe bekommst und eine Versagerin bist.“

Mit solchen Gedanken gehen oft Überzeugungen einher, wie wir uns verhalten haben. Vielleicht kennst du den ein oder anderen davon:

  • Zähne zusammen beißen und durch
  • Durchhalten und nicht einknicken
  • Wenn andere das Schaffen muss ich das auf jeden Fall auch können
  • Ich bin doch richtig belastbar, ich halte das aus
  • Hilfe oder Unterstützung? Das brauche ich nicht


Diese Gedanken sind klare Anzeichen für negative Glaubenssätze und den Antreiber: Sei Stark


Sei stark – wie wirkt sich dieser Glaubenssatz im Alltag aus?

Stark zu sein und nicht bei jedem kleinen Gegenwind in die Knie gehen oder vor jeder Herausforderung wegzulaufen ist auf den ersten Blick eine tolle Eigenschaft.

Durchhaltevermögen und Hartnäckigkeit haben schließlich schon oft zum Erfolg geführt. Das sind wirklich positive Aspekte. In meinem Artikel „Innere Antreiber, Quatschis und Co“ kannst du mehr dazu erfahren.

Zu viel davon kann aber ins Burn-out führen.

Dieses innere Gefühl stark sein zu müssen hat sich im Laufe deines Lebens entwickelt.

Sätze wie: „Weinen ist was für Memmen, das musst du doch aushalten.“, oder: „Jetzt ist aber mal gut.“ waren Antworten, die du auf die als störend angesehene Forderung nach Aufmerksamkeit und Zuwendung bekommen hast.

So wurde der Gedanke, stark sein zu und selbst mit der schwierigen Situation fertig werden zu müssen vertrauter.

Diese Verhalten wurde belohnt. Auch die damit verbundenen Gefühle von Einsamkeit und verloren sein wurden unbewusst Schritt für Schritt immer tiefer verankert.
Mit der Zeit werden die Gedanken und Emotionen so normal, dass sie als solche gar nicht mehr wahrgenommen werden. Sie sind sozusagen die neue interne Realität.

Die eigene Wahrheit über die Welt. Die Annahme, wie das Leben am besten zu bewältigen ist. Wie sich der Mensch zu verhalten hat, um die gewünschte Aberkennung der Umwelt zu bekommen.

Aus dem „Sei stark“ wurde eine Überlebensstrategie. Die negativen Glaubenssätze werden nun als Rettungsanker wahrgenommen. Selbst dann noch, wenn rationale Argumente dagegen sprechen.


Wie erkennst du den „Sei stark“ Antreiber bei dir?

Denkst du dir manchmal, dass auf gar keinen Fall jemand merken oder denken soll, dass du schwach bist? Folgende Punkte kommen dir wahrscheinlich bekannt vor:

  • Schwach sein kommt gar nicht infrage, du bist diejenige, die andern hilft
  • Hilfe annehmen ist so gar nicht dein Ding
  • Du hast gerne die Kontrolle
  • Gefühle werden nicht nach außen gezeigt, ich kann mich beherrschen.
  • Ich rocke das Ding schon
Sei stark, Schwäche zeigen ist was für Versager, einfach die Zähne zusammen beißen. 

Das sind Verhaltensmuster, an denen du inneren Antreiber identifizieren kannst.
 
Die Selbstdiagnose kann sich allerdings als schwierig erweisen, weil wir alle einen blinden Fleck haben und sich die negativen Glaubenssätze für uns gerne unsichtbar machen. 

Mit einem Test kannst du ihnen aber trotzdem auf die Spur kommen. 


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Inneren Antreiber


Was du noch über den negativen Glaubenssatz und inneren Antreiber wissen solltest

Zu dem Zeitpunkt, als du beschlossen hast, dass du dich so verhalten willst, war es elementar wichtig für dich, diese Entscheidung zu treffen.

In dieser Situation gab es noch keine Alternativen für dich. Du warst auf deine Umwelt angewiesen, weil du schlicht und ergreifend noch ein Kind warst und die nötigen Strategien noch gar nicht haben konntest.
Das ist die eine Seite der Wahrheit, die andere Seite der Wahrheit ist, dass das heute definitiv nicht mehr so ist. Die letzten Jahre hast du viele Dinge dazu gelernt. Zum Beispiel ist dir sicher bewusst, dass es in manchen Situationen klug ist, sich helfen zu lassen.

Du hast gelernt, dass es Zeiten der Ruhe geben muss, damit sich dein Körper erholen kann. Dir ist klar, dass du nicht alle anfallenden Aufgaben in der Arbeit alleine erledigen kannst und ganz wichtig: du hast gelernt zu kommunizieren. Was also kannst du unternehmen, wenn du bemerkst, dass dein „Sei stark“ Antreiber dabei ist, dich ins Burn-out zu treiben?



- Bitte um Hilfe :-) 
- Mach dir deine Gefühle bewusst und stehe dazu ;-)
- Übe dich in Achtsamkeit 
- Mache dir bewusst, dass es Menschen gibt, die dich gerne unterstützen
- Gib die Kontrolle ganz bewusst ab

 

Ich wüsche dir ganz viel Erfolg auf deiner Entdeckungsreise zu einer ganz neuen Freiheit. Solltest du noch Fragen haben oder eine ganz individuelle und persönliche Unterstützung wünschen, melde dich gerne bei mir.


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