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Junge Frau in rotem Karateanzug- Titel Macht? Finde ich gut!

Macht? Finde ich gut!


Macht und weshalb die Angst vor ihr schlecht für unser soziales Miteinander ist

Vor mir sitzt ein erfolgreicher Mann Mitte 30. Er ist zu mir gekommen, um mit mir seinen weiteren beruflichen Weg anzuschauen. In seinem Unternehmen wurde ihm eine Führungsstelle angeboten. Eigentlich eine tolle Sache, wenn da nicht so ein komisches Gefühl gewesen wäre.


Wir haben uns seine Hindernisse und inneren Hürden angeschaut. Danach haben wir uns das äußere System – die Firma näher unter die Lupe genommen. So ging es Schritt für Schritt weiter, bis sich plötzlich ein sehr spannendes Thema Gehör verschaffte: DIE MACHT! Und plötzlich hatte das grummelige Gefühl einen Namen.

Die Angst vor Missbrauch, vor Übergriffigkeit und davor, im Rausch der erreichten Stellung plötzlich alle Werte fallen zu lassen. Mitmenschen klein zuhalten, um sich in deren Anerkennung zu sonnen.
Selbstverständlich geht so eine Führungsposition immer mit Einfluss einher. Besonders in stark hierarchisch organisierten Firmen ist diese Gefahr groß.

Und genau deshalb zögerte er. Hatte Probleme, in die Fußstapfen seines Vorgängers zu treten.



Macht und die Gestaltung unserer Gesellschaft

An diesem Punkt stellt sich für mich die Frage: Was geschieht, wenn diese Stelle frei bleibt, wenn Menschen wie mein Klient sich zurückziehen? Ein Mensch, der sich Gedanken darum macht, wie er sich möglichst gut auf die nächste Herausforderung vorbereiten kann. Ein Mensch, dessen Wertesystem auf Miteinander, Augenhöhe und Respekt beruht. Der sich der Rückmeldung von Außen stellt und sie sich aktiv einholt, um sich so gut weiterentwickeln zu können.


Genau über diese Punkte haben wir gesprochen. Darüber, was in diesem Fall geschehen würde.
Die Stelle bliebe erst mal unbesetzt, das wäre an sich das kleinere Übel. Meist finden sich dann schnell Menschen, denen solche Gedanken und Emotionen eher fremd sind.
Was sehr oft geschieht – und das interessanterweise nicht nur im beruflichen Kontext. Sehr gut lässt sich dieser Mechanismus auch in Vereinen beobachten, dort finde ich es noch viel offensichtlicher. Die freie Stelle wird von Menschen besetzt und eingenommen, die keinerlei Probleme damit haben, sich selbst als Nabel der Welt zu betrachten. Die sich sehr gerne in der Bewunderung anderer sonnen und gerne mal über Grenzen gehen.

Zusammenfassung: 
In einem "Machtvakuum" haben es Menschen mit narzisstischen, psychopathischen und machiavellistischen Persönlichkeitszügen (Die dunkle Triade) leicht, sich in Position zu bringen! 

Frau die sich an der Mauer anlehnt

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Dann lass uns telefonieren!


Macht und Ethik

Macht braucht einen ethischen Rahmen, ein Commitment mit demokratischen Werten. Den Respekt vor der Autonomie des Mitmenschen, der Fürsorge für den Mitmenschen und Gerechtigkeit. Sie braucht die Offenheit, um mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Sich auch mal die unangenehmen Rückmeldungen mit offenem Geist anzuhören.


Durch diese Prinzipien werden Handlungen und Entscheidungen grundlegend gesteuert.
Ist dieser ethische Rahmen irrelevant, besteht die Gefahr von autokratischem, diktatorischem, manipulativem Verhalten.


Schauen wir uns das momentane Weltgeschehen unter diesen Aspekten an, können wir die Auswirkungen hautnah beobachten. Menschen mit einem wertschätzenden, demokratischen ethischen Rahmen scheuen sich oft, Positionen anzunehmen, in denen sie Macht ausüben sollen oder müssen.

Sie machen sich Gedanken darüber, ob sie die Macht, wenn sie sie denn dann haben, missbrauchen würden. Oft zögern sie aus genau diesem Grund eine Führungsposition anzunehmen oder zu bestimmten Themen Stellung zu beziehen. So bleiben sie unter ihren Möglichkeiten und finden sich in Positionen wieder, in denen sie wenig Gestaltungsfreiraum haben.

Das Dream Team: Macht und Weisheit. 
Sie bringen Innovation, Mut und gute Laune.

"Macht aktiviert ähnliche Hirnareale wie Drogen und Sex. Ian Robertson, Neurowissenschaftler und Klinischer Psychologe am Trinity College in Dublin, hat erforscht, wie Macht die Hirnbiologie verändert. Beispielsweise erhöht Macht den Testosteronspiegel, was zu einer vermehrten Aufnahme des Neurotransmitters Dopamin führt, das u.a. das Belohnungszentrum aktiviert. Als Folge steigen die Laune, die Innovationskraft, der Mut, aber auch die Selbstbezogenheit und andere nicht immer nur vorteilhafte Persönlichkeitsaspekte."

Macht und Verantwortung

Unter diesen Aspekten gilt es nun uns zu fragen: Wo und in welchem Kontext üben wir Macht aus? Sind wir uns der speziellen Verantwortung bewusst? Sind wir offen, uns und unsere Persönlichkeiten kontinuierlich weiterzuentwickeln? Stellen wir uns unseren dunklen Seiten? Und aus meiner Sicht besonders wichtig: Nehmen wir diese Verantwortung an oder lassen wir denen den Weg offen, die sich sowieso als die besseren Führungskräfte verstehen?


Wie würde sich unsere Gesellschaft, unsere Welt oder unser direktes Umfeld verändern, wenn all diejenigen, die sich diesem Prozess stellen, Macht und die Gestaltungsmöglichkeiten annehmen würden?
Was könnte jeder Einzelne von uns bewirken? Wie würde es im Team, in der Firma oder auch im privaten Umfeld aussehen?


Wie viele positive Impulse wären möglich, wenn plötzlich die Grundlage dafür da wäre?
Mein Klient hat sich dafür entschieden, den Schritt zu wagen. Davon profitieren heute über 200 Mitarbeiter:innen. Sie haben einen Chef bekommen, der mit seiner Wahrnehmung auch bei seinen Mitarbeiter:innen ist.
Nein, er sagt nicht zu allem JA. Er kann auch klare Kante zeigen, sich durchsetzen und unangenehm werden. Allerdings immer auf der Grundlage seines ethischen, moralischen Rahmens und den demokratischen Grundwerten.

Macht, Weisheit und Herzensbildung sind eine wunderbare Kombination.
  
Sie können neue Impulse in unser Leben bringen. Was brauchen wir in der heutigen Zeit dringender, als Menschen die Führung annehmen? Die Verantwortung für Mitmenschen übernehmen, die das Thema Fürsorge nicht nur propagieren, sondern leben.  
 

Lasst uns der Macht ein neues Gesicht geben!
Aus der hässlichen Fratze ein warmes Lächeln machen

Cornelia Biesenthal

Lieber Leser:in, wenn du dir überlegst, wie du für dich das Thema angehen könntest, dann hab ich dir noch ein paar Fragen, die dir helfen können, erste Schritte zu tun. 

- Warum lehne ich Macht ab, wo liegt meine Angst?
- Was geschieht, wenn ICH die Aufgabe nicht annehme? 
- Wer wird sie stattdessen annehmen? 

Viel Erfolg auf deinem Weg und zu deinem Platz. Solltest du noch Fragen haben, melde dich sehr gerne bei mir. 

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