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Das muss ich alleine schaffen

„Das muss ich alleine schaffen, oder doch nicht?

Verhaltensmuster die nerven, Gewohnheiten die sich nicht verändern lassen. Viele von uns würden gerne etwas ändern und schaffen es alleine einfach nicht.
Meist liegen die Wurzeln dafür in hinderlichen, negativen Glaubenssätzen oder negativen inneren Antreibern.
„Ich dachte, das muss ich doch alleine schaffen“
Ist eine der häufigsten Aussagen, die ich im Coaching höre.
Meistens sind die Klienten:innen zu diesem Zeitpunkt völlig ratlos und stecken fest. Zusätzlich zu den beruflichen Themen kommen auch noch private Zwickmühlen. Situationen, die nicht mehr auszuhalten sind. Die richtig viel Kraft und Energie kosten, um sich jeden Morgen aufzuraffen und zur Arbeit zu gehen.
Hinzu kommen private, ungelöste Themen, die schon lange vor sich hingären und immer wieder verdrängt werden.
Wenn die Klienten:innen sich dann entschlossen haben Hilfe in Anspruch zu nehmen, haben sie bereits sehr lange versucht alleine zurechtzukommen. Sie haben alles Mögliche probiert, um Lösungen zu finden. Verbessert hat sich jedoch nichts, sondern im Gegenteil, der Zustand hat sich oft verschlimmert.
Hilflosigkeit, Stress und Ärger sind das Ergebnis.
Wieso hat sich nichts verändert?
Die Ursache liegt oft in Annahmen/Glaubenssätze, die eine Veränderung verhindern.
Der Glaubenssatz. „Ich muss das alleine schaffen“ lässt in der Situation verharren. Scham- und Versagensgefühle verhindern, dass Hilfe gesucht und angenommen wird.
So verfestigt sich die Situation und positive Veränderungen können nicht stattfinden.

Wieso wirken Glaubenssätze so? Wieso fühlt es sich an wie ferngesteuert und was kann dagegen unternommen werden? Und gibt es noch mehr davon?


Die häufigsten Glaubenssätze

Glaubenssätze sind einerseits lästig und andererseits haben sie immer positive Aspekte. Glaubenssätze zeigen sich in Folge von den sogenannten inneren Antreibern (Transaktionsanalyse).
Hier habe ich die häufigsten meiner Kunden:innen aufgelistet.

Glaubenssatz – Innerer Antreiber

  • Hilfe annehmen ist ein Zeichen von Schwäche – Innerer Antreiber: Sei stark
  • Ich muss es alleine schaffen – Innerer Antreiber: Sei stark
  • Arbeit muss hart sein – Innerer Antreiber: Streng dich an
  • Ich möchte es allen recht machen – Innerer Antreiber: Sei beliebt
  • Ich werde nie fertig – Innerer Antreiber: Sei schnell
  • Ich bekomme es einfach nicht richtig hin – Innerer Antreiber: Sei perfekt
  • Ich bin machtlos – Innerer Antreiber: Sei stark

Die Auswirkungen: „Ich schaffe das schon alleine“


Sie sitzt vor mir, leicht angespannt, die Hände unruhig.
Eine gepflegte Frau, Mitte dreißig. Die Geschichte, die sie erzählt, habe ich so schon in wirklich vielen Varianten gehört.
Sie hat beruflich gut Fuß gefasst. Die Arbeit macht ihr Freude. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem sie ihr Arbeitsfeld noch erweitern würde. Dazu hat sie die Weiterbildung begonnen und steht kurz vor dem Abschluss. Eigentlich kein Problem, wenn da nicht diese undefinierbare Aufregung wäre.

„Ich brauche diese Weiterbildung, sonst komme ich nicht weiter. Mein Chef rechnet fest mit mir. Allerdings, stehen jetzt die Prüfungen an. Ich kann nicht mehr schlafen, bin in der Nacht unruhig und am Tag unkonzentriert und fahrig. Dieser Zustand geht nun schon zwei Monate so. Ich kann nicht mehr“.

„Als ich Anfang letzten Jahres das erste Mal in der Prüfungsphase nachts nicht mehr schlafen konnte, dachte ich mir nicht viel dabei. Ich war überzeugt davon, dass ich das locker in den Griff bekomme.

Bis vor zwei Wochen die Panikattacke kam. Nachts ist es besonders schlimm. Ich bekomme keine Luft, habe Herzrasen und Angst zu ersticken. Ein ganz, ganz fürchterliches Gefühl.
Jetzt hat sogar mein Freund gedrängt, dass es so nicht mehr weiter gehen kann und ich mir Unterstützung holen muss.

So, ist sie also bei mir im Coaching gelandet. Insgeheim mit wenig Hoffnung, dass sich etwas ändern würde, allerdings so verzweifelt, dass sie sich auf einen Termin einlassen konnte und wollte.

Wieso sie so lange gewartet habe, bis sie sich Unterstützung geholt hat, wollte ich wissen.  
„Ich will niemand enttäuschen, das Abi und das Studium habe ich doch auch geschafft, wieso sollte es nun nicht klappen?“
Aber ich musste feststellen, dass es einfach immer schlimmer wurde.
Mittlerweile kreisen meine Gedanken nur noch um dieses Thema. Was natürlich auch bedeutet, dass ich mich nicht auf die Inhalte konzentrieren kann.
Außerdem muss ich das doch alleine schaffen!

Dieses „Das muss ich alleine schaffen“ hatte die Klientin früh von ihrer Umwelt gelernt.
Diese Zuschreibung hat sie stark geprägt. Unbewusst war die Bitte um Hilfe für sie ein Zeichen von Schwäche und Inkompetenz.

Aus dieser Uberzeugung wurde mit der Zeit eine feste Annahme. Sie war so sehr davon überzeugt, dass erst schwere Panikattacken bewirkten, diese Überzeugung infrage zu stellen.


Frau die sich an der Mauer anlehnt

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Hier ihre Rückmeldung nach der gemeinsamen Arbeit.
Durch meinen Schwager bin ich dann auf Sie aufmerksam geworden. Da meine Unruhe immer schlimmer wurden und mich inzwischen Freunde und Verwandte auf mein Verhalten ansprachen.
Anfangs war ich sehr, sehr skeptisch, doch schon nach ein paar Minuten fühlte ich mich durch Ihre herzliche Art sehr gut verstanden und aufgenommen.
Ich muss zugeben unsere erste Stunde war für mich persönlich unglaublich anstrengend und kräftezehrend, aber ich hatte so viele „WOW“ Momente und Gefühle, dass ich zum Ende der Stunde ein unglaublich ruhiges, angenehmes inneres Gefühl hatte. 
Dieses Gefühl hält bis heute an und mein Schlaf wird seither kaum noch unterbrochen.
Ich bin nach wie vor unglaublich fasziniert von Ihrer Arbeit und unglaublich dankbar, dass Sie mich trotz der wenigen Zeit mental so gut auf meine Prüfungen vorbereiteten. Selbst der Tag der Prüfung, welcher sonst die reinste Katastrophe war, war total angenehm.


Über Glaubenssätze und innere Antreiber

Glaubenssätze sind Annahmen über uns, über das Leben, über unsere Mitmenschen.

Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Dinge verallgemeinern und oft auf subjektiven Meinungen beruhen.
Außerdem sind sie meist tief im Unterbewusstsein verwurzelt und wirken auf dieser Ebene. So entziehen Sie sich der rationalen Überprüfung.
Immer, wenn wir in eine derartige Situation kommen, verhalten wir uns gleich. So provozieren wir immer wieder, dieselben Reaktionen unserer Mitmenschen.
So kommt es zu vielen Wiederholungen. Dabei verfestigt sich die Annahme, es gäbe nur diese eine Möglichkeit der Reaktion. Ein Glaubenssatz hat sich etabliert und spielt uns vor, das wäre die Realität.
Besonders fiese Auswirkungen haben solche Überzeugungen, wenn sie zu selbst erfüllenden Prophezeiungen werden. Übrigens hat jeder Mensch solche Annahmen, Überzeugungen oder innere Antreiber.



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Warum sind Glaubenssätze so erfolgreich?


Ganz einfach!
Sie waren uns in einer ganz konkreten Situation wirklich nützlich.
Haben uns vielleicht vor Kritik bewahrt, uns Aufmerksamkeit verschafft oder zu Höchstleistung angespornt.
Einige Jahre später können sie aber ganz schön hinderlich sein. Unser Erfahrungsschatz hat sich vergrößert, wir haben dazu gelernt, sind reifer geworden. Wir hätten also viel mehr Möglichkeiten, die Situation souverän zu meistern.
Weshalb also tun wir es nicht?
Die alten Muster sind vertraut und machen es so unserem Gehirn leichter. Es muss sich nicht anstrengen und aktiv werden, um neue Lösungen zu suchen. Sondern reagiert wie gewohnt.
Das liebt unser Gehirn. Es ist darauf ausgelegt, möglichst energiesparend zu arbeiten und mag sich nicht anstrengen.


Prägungen aus der Vergangenheit

Ja, die Kindheit und die Jugendzeit wird vielfach als der Schuldige für alles, was irgendwie problematisch ist verantwortlich gemacht.
Glaubenssätzen und inneren Antreibern können nur in der Vergangenheit entstanden sein.
Die Zukunft, in der weitere Prägungen stattfinden könnten, kommt erst noch.

Ein weiterer Aspekt ist, dass wir als Kind ganz auf unsere Bezugspersonen angewiesen sind.
Sie sind unser Universum, wir übernehmen ihre Werte, ihre Normen ganz selbstverständlich. Sie geben Halt und Orientierung. Daran richten wir uns als Kinder aus.
In den ersten Jahren können Kinder diese Normen und Regeln nicht rational hinterfragen und prüfen. Hinzukommen weitere Erfahrungen mit Personen im näheren und weiteren Umfeld. Also Erzieher: innen, Lehrer:innen und viele mehr.

Ein weiterer viel genutzter Glaubenssatz ist,
Schuster bleib bei deinen Leisten!
Diese Prägung kann dazu führen, sich wenig auszuprobieren, wenig zu wagen. Nur das Gewohnte und Vertraute als gut und richtig anzuerkennen.
Gerade, wenn es um berufliche Veränderung geht, kann so ein Satz sehr hinderlich sein.


Wie du sie ins Positive wandeln kannst!

Eine wunderschöne Übung aus dem Sportmentaltraining ist dabei sehr hilfreich. Immer wenn du bemerkst, dass du wieder in diesen negativen Glaubenssatz fällst, kannst du den Gedankenstopp nutzen.

  1. Mach dir bewusst, welche Antreiber/Glaubenssätze besonders aktiv sind
  2. Beobachte deine körperliche Reaktion
  3. Entscheide dich bewusst für die Veränderung
  4. Greife aktiv in deinen inneren Dialog ein
  5. Sage laut „Stopp“
  6. Lenke deine Aufmerksamkeit auf deine Möglichkeiten

Das ist ein erster Schritt, um dir neue Überzeugungen anzueignen.


Nachhaltige Veränderung

Eine weitere und tiefergreifende Möglichkeit um alte Muster zu verändern wäre folgende Übung.

Überlege dir drei konkrete Lebenssituationen, in denen du das Gegenteil deiner Annahme erlebt hast. Situationen, die richtig gut für dich waren, in denen du dich wohlgefühlt hast.

Als Beispiel möchte ich die Überzeugung aus der Überschrift nehmen.

„Ich muss es alleine schaffen, sonst bin ich inkompetent“
Überlege drei positive Situationen, in denen du Unterstützung von außen gezielt gesucht und angenommen hast.
Es könnten Situationen sein, in denen du für ein bestimmtes Anliegen den passenden und richtigen Fachmann hinzugezogen hast.
Hast du solche Situationen gefunden, dann versetze dich in jede einzelne gedanklich zurück.

Stelle sie dir so real wie möglich vor und empfinde noch einmal nach. Versuche alle Farben, alle Geräusche und alle Emotionen die du damit verbindest wahrzunehmen.
Gib dir dafür etwas Zeit und Raum.
Am Ende der Übung schaue, höre und fühle in dich hinein, welche Überzeugung du jetzt hast.
Wenn du mit deiner Überzeugung noch nicht dort angelangt bist, wo du hin wolltest, kannst du die Übung gerne öfter wiederholen.
Oder du holst dir meine Unterstützung, dann lösen wir das gerne gemeinsam.


Frau die sich an der Mauer anlehnt

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Manchmal quälen wir uns unnötig lange herum bevor wir uns eingestehen wollen, dass es leichter wäre Unterstützung anzunehmen.
Ich selber kenne das aus eigener Erfahrung, deshalb kann ich dein Zögern gut verstehen.
Allerdings durfte ich selber erleben wie hilfreich es sein kann sich unterstützen zu lassen.


Welche Erfahrungen hast du gemacht?
Gehörst du zur Fraktion Durchhalten, bis es richtig weh tut oder nimmst du die Abkürzung und kontaktiertest eine Fachfrau?


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